Unfallstelle Hoisbüttler Mühle

An der Einmündung Bünningstedter Dorfstraße (L 225) in die Lübecker Straße (L 225) haben sich in der Vergangenheit immer wieder Unfälle mit Sachschäden, Verletzten und Getöteten ereignet. Im Jahr 2016 war es erneut zu einer Unfallhäufung mit Verletzten und tragischer weise auch wieder zu einem Todesfall an der Hoisbütteler Mühle gekommen.

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV-SH) hatte sich als Baulastträger Mitte 2016 mit der regionalen Unfallkommission der Angelegenheit angenommen. Nach Einrichtung eines "Runden Tisches" wurden unter Beteiligung des Ammersbeker Bürgermeisters Maßnahmen zur Entschärfung der Unfallstelle erörtert und weitere Gespräche vereinbart. Die Entscheidungsfindung im zweiten Halbjahr erfolgte dann allerdings ohne die betroffene Gemeinde Ammersbek. Erst das Ergebnis der Untersuchungen und die auf hoher Verwaltungsebene in Kiel beschlossene Baumaßnahme wurden der Gemeindeverwaltung und den Politikern in einer öffentlichen Vortragsveranstaltung am 10. Januar 2017 mitgeteilt:

Die Straßeneinmündung soll zur Erhöhung der Verkehrssicherheit unverzüglich mit einer Lichtsignalanlage mit Linksabbiegerschutz ausgestattet werden. Die Inbetriebnahme der Ampel ist für Anfang Mai (Anmerkung: bis zur Landtagswahl) vorgesehen. Diese Entscheidung sei endgültig und frei von Kostenaspekten einvernehmlich mit dem Landesverkehrsministerium getroffen worden.

Die Zusage, die Verkehrssicherheit wirkungsvoll zu verbessern, wird allseits gewürdigt. Gleichwohl hat das Vorgehen des LBV-SH, die Gemeinde an der Entscheidungsfindung nicht zu beteiligen, allgemeine Verwunderung und Verärgerung ausgelöst. Der langjährige kommunale Wunsch, den mit 19.000 Autos pro Tag hochbelasteten Knotenpunkt zu einem Kreisel umzubauen, wurde völlig ignoriert. Die sinnvolle Kreisel-Alternative wurde wegen angeblicher Sicherheitsdefizite gar nicht erst untersucht.

Als außerordentlich fragwürdig werden mittlerweile die im Eiltempo verlaufenden Aktivitäten des LBV-SH gesehen. Von der Bürgerinitiative Ammersbeker Mühlenkreisel (BAM) ist eine Falschinformation über die entscheidungsrelevante Verkehrssicherheit von Kreiseln und Ampeln aufgedeckt worden: nach wissenschaftlichen Erkenntnissen steht ein dreiarmiger Kreisel hinsichtlich Verkehrssicherheit einer Ampel mit Linksabbiegerschutz in nichts nach. Der Verkehrsingenieur Dipl.-Ing. Eckehard Knoll stützt sich bei dieser Feststellung auf den vom LBV-SH zitierten Forschungsbericht V 201 der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Renommierte Verkehrswissenschaftler kommen - entgegen der Behauptung des LBV-SH - zu dem Forschungsergebnis, dass die maßgebliche Grundunfallkostenrate gUKRa für beide Knotenpunktarten gleichermaßen 4,6 € pro 1000 Kfz beträgt (siehe nebenstehende Grafik). Damit ist ein Kreisel an der Hoisbütteler Mühle ebenso sicher wie eine Ampelanlage. Das bislang entscheidende Argument, die Ampel mit Linksabbiegerschutz sei nahezu 50 % sicherer als ein Kreisel ist somit schlichtweg unzutreffend.

Ein Kreisverkehr hat im übrigen häufig Vorteile gegenüber einer Ampel. Auch an der Hoisbütteler Mühle sind dies: der kontinuierlichere Verkehrsfluss, die erheblich geringeren Wartezeiten in der Zufahrt sowie die Geschwindigkeitsdämpfung im Knotenpunkt einschließlich seiner Zu- und Ausfahrtsbereiche. Die Überlegenheit eines Kreisels liegt auch im nachhaltigen Umwelt- und Klimaschutz, in der dauerhaften Senkung der Unterhaltungs- und Wartungskosten sowie bei der Möglichkeit zur attraktiven Platzgestaltung ("Visitenkarte") im Eingangsbereich von Hoisbüttel. Anspruchsvoller Straßenbau darf sich heutzutage nicht allein in der Einhaltung von Sicherheitskriterien erschöpfen sondern hat auch als Lebensraum der Wohnbevölkerung zu fungieren.

Ammersbek sieht sich düpiert. Der Bauausschuss hat daher am 15. Februar 2017 ohne Gegenstimmen für den Bau eines Kreisels votiert. Die Gemeinde protestiert gegen obrigkeitsstaatliche Entscheidungen und bürgerfernen Verwaltungsstil der Landesstraßenverwaltung.

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Verkehrssicherheit verschiedener Knotenpunkte auf Landstrassen

Grundunfallkostenraten gURKa [€/1000 Kfz] richtliniengerechter Knotenpunkte

Dipl.-Ing. Eckehard Knoll, Ahrensburg, 06.03.2017
Datenquelle: BASt Forschungsbericht V 201 Dezember 2010

  • 1) Einmündung mit Verkehrszeichen
  • 2) Einmündung mit Ampel ohne Linksabbiegerschutz
  • 3) Einmündung mit Ampel und Linksabbiegerschutz
  • 4) Kreisel
  • 5) Kreuzung mit Verkehrszeichen
  • 6) Kreuzung mit Ampel ohne Linksabbiegerschutz
  • 7) Kreuzung mit Ampel und Linksabbiegerschutz

Anmerkung zur Kreiselplanung

Ein Kreisverkehr im Landesstraßennetz erfordert für den Schwerlastverkehr einen Fahrbahn-Außendurchmesser von D ≥ 40 m. Für die seitlichen Nebenflächen mit Geh- und Radweg, Straßenbegleitgrün und Entwässerung wird zusätzlich ein Flächenstreifen von mind. 5 m Breite benötigt. Auf dem vorhandenen Straßenflurstück des Landes Schleswig-Holstein können diese Anforderungen problemlos erfüllt werden. Von der überbreiten Grünfläche neben dem östlichen Fahrbahnrand wird für die Herstellung der Kreisfahrbahn lediglich die Umnutzung einer Teilfläche von ca. 140 qm erforderlich werden.
Ein Außerortskreisel an der Hoisbütteler Mühle sollte im Interesse der Sicherheit mit modernen Beleuchtungsmasten auf den 3 Fahrbahnteilern ausgestattet werden. Die gegenwärtige Beleuchtung der Einmündung ist unzureichend. Die Zu- und Ausfahrt zum angrenzenden Parkplatz der Bäckerei incl. Kiosk im Sommerhalbjahr kann auch weiterhin am vorhandenen Standort verbleiben.


Unterstützen Sie bitte diese Position durch Ihre Stimme bei dieser Unterschriftensammlung:

Ampel
Kreisel

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Teilnahme ab 16 Jahren für die BürgerInnen und Bürger aus dem Kreis Stormarn und dem Bezirk Hamburg-Wandsbek.

Zeitraum der Unterschriftensammlung: 11.03.2017 bis 11.04.2017